Dachstuhlbrand in Schriesheim-Altenbach am 13.10.2009

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Dachstuhl völlig ausgebrannt

SCHRIESHEIM. Fünf Verletzte forderte in der Nacht zum Dienstag ein Wohnhausbrand im Schriesheimer Stadtteil Altenbach. In der zu einem Wohnhaus ausgebauten Scheune war aus bislang noch nicht geklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Kurz nach Alarmierung der Feuerwehr um 3.12 Uhr stand der gesamte Dachstuhl bereits in Flammen. Eine Mutter und ihr Kleinkind konnten von der Feuerwehr über die Drehleiter in letzter Minute gerettet werden, bevor sich an gleicher Stelle eine riesige Stichflamme erhob. Den Sachschaden bezifferte die Feuerwehr auf rund 500 000 Euro.

-tin/BILD: SCHWETASCH



Quelle: www.morgenweb.de


In letzter Minute vor den Flammen gerettet
Feuerwehr brachte Mutter und Tochter mit Drehleiter in Sicherheit

Schriesheim Altenbach. (sk) Wenige Tage zuvor probte die Freiwillige Feuerwehr noch den Ernstfall. Da wusste keiner der Kameraden, dass dieser Ernstfall in der Nacht zum Dienstag eintreten würde. Der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Mühlstraße brannte, eine Mutter und ihre Tochter konnten in letzter Minute gerettet werden. Als wenige Minuten nach dem Alarm um 3.12 Uhr die ersten Einsatzkräfte eintrafen, waren die Frau und das vierjährige Mädchen ins Badezimmer des Dachgeschosses geflüchtet, wo sie am offenen Fenster standen. Das mit Holz ausgekleidete, ausgebaute Dachgeschoss brannte zu diesem Zeitpunkt bereits lichterloh. Eine Rettung durch das Treppenhaus misslang, da das Feuer bereits durch die Wohnungstür auf den Flur übergegriffen hatte. „Der Brandherd war vermutlich im Bereich des Wohnzimmers“, erklärte Altenbachs Abteilungskommandant Frank Wittmann. Mit einer Drehleiter konnten die Eingeschlossenen gerettet werden, bevor auch das Badezimmer in Flammen stand. Insgesamt 62 Mann waren schließlich mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die Frau, ihre Tochter und zwei weitere Bewohner, die sich selbst aus dem Haus retten konnten, wurden mit Rauchgasvergiftung vom DRK ins Krankenhaus gebracht. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort. „Mittlerweile sind die Verletzten bereits wieder entlassen worden“, freute sich Schriesheims Kommandant Oliver Scherer. Bis in die Morgenstunden dauerten die Löscharbeiten an, dann gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Der Dachstuhl brannte vollständig aus. Dafür konnte verhindert werden, dass der Brand auch auf das Nachbarhaus übergriff. Hier waren lediglich die Dachbalken angeschmort und zwei Scheiben geborsten.
Die Kripo ermittelt derzeit die Brandursache, bis zum Nachmittag wurde das Gebäude noch regelmäßig mit Wärmebildkameras auf versteckte Glutnester untersucht. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 100 000 Euro.



Quelle: www.rnz.de



Beinahe wären Mutter und Tochter verbrannt
Von Stephanie Kuntermann.
 

Schriesheim-Altenbach. Von vorn wirkt das grüne Mehrfamilienhaus in der Altenbacher Mühlstraße beinahe unversehrt, sogar der wilde Wein rankt noch unbeschädigt an der Fassade hoch.
Ein Blick von der Seite aber offenbart das Ausmaß der Katastrophe, die sich dort in der Nacht auf den Dienstag kurz nach drei Uhr abspielte: Wo vorher noch Dachziegel lagen, ragen verbrannte Dachbalken in den Himmel, die bergseitige Giebelwand steht frei und ist vom Ruß geschwärzt. Das gesamte Dachgeschoss ist ausgebrannt, Scheiben sind geborsten, und vom Dach sind nur noch Trümmer übrig. Um ein Haar wäre aus der Katastrophe eine Tragödie geworden, wurden doch zwei Menschen buchstäblich in letzter Minute aus dem brennenden Haus gerettet. "Der Notruf erreichte uns kurz nach drei Uhr", berichtet Oliver Scherer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. "Gebäudebrand, vier Personen im Gebäude". Als erste waren die Altenbacher Kameraden zur Stelle, unter ihnen Jugendwart Thomas Harsch. Da hatten sich schon zwei der Bewohner in Sicherheit gebracht, eine Frau und ihre vierjährige Tochter befanden sich noch in der Dachgeschosswohnung. Sie wurden vom Feuer im Schlaf überrascht.
Kurz vor dem Eintreffen der Feuerwehr versucht der Schwager der Frau, der im Nachbarhaus wohnt, die beiden aus dem Gebäude zu holen, doch da haben die Flammen bereits das Treppenhaus erreicht. "Es ist ein ganz dummes Gefühl, wenn man nichts machen kann", sagt Thomas Kunkel, dem der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben steht. Harschs Trupp versucht jetzt ebenfalls, ins Haus zu gelangen. Die Männer verlegen eine Schlauchleitung, werden im ersten Stock aber vom Feuer aufgehalten. "Brennende Fetzen von Jacken flogen herunter, das Feuer kam durch die Wohnungstür. Man konnte sogar den Kleiderständer noch sehen." Harsch beginnt gleich mit dem Löschen, und der Trupp rückt weiter vor. Als dann die Atemluft knapp wird, kommt die Ablösung. "Es ist kein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass noch Personen im Gebäude sind, man aber nicht weiter kommt." Zu diesem Zeitpunkt läuft jedoch bereits die Rettungsaktion von außen. Mit tragbaren Leitern versuchen die Kameraden unter Leitung von Abteilungskommandant Frank Wittmann, von außen ins Haus zu kommen. Die Frau und ihr Kind sind ins Badezimmer des zweiten Stocks geflüchtet und stehen am offenen Fenster. "Sie hat sich richtig verhalten und alle Türen geschlossen. Wir haben sie und das Kind beruhigt", sagt Wittmann. Mit der Leiter an das Gebäude heranzukommen, erweist sich als zu gefährlich, doch zur selben Zeit rückt auch das Drehleiterfahrzeug an. Mutter und Kind können auf dem Korb aus dem Haus gerettet werden. "Die Kleine hat Höllenängste durchlebt", sagt Harsch. Unmittelbar danach bricht die Badezimmertür unter dem Feuer zusammen, das Bad brennt jetzt lichterloh. "Das hätten sie mit Sicherheit nicht überlebt", sagt Wittmann.
In Schriesheim ist Vollalarm gegeben worden, auch ein Fahrzeug aus Dossenheim unterstützt die Löscharbeiten. Insgesamt 62 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Während an der Bergseite des Hauses mit einer "Riegelstellung" ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbarhaus verhindert wird, versuchen die Männer, die Flammen unterm Dach zu löschen. "Wir hatten hinten einen offenen Brand, an der Vorderseite hatten wir aber Probleme, an den Brandherd heranzukommen", berichtet Scherer. Ausgerechnet eine feuerfeste Isolierung behindert das Fortkommen der Kameraden, die schließlich die Ziegel abschlagen. Erst jetzt gelingt es, den Brand unter Kontrolle zu bekommen.

"Der Sachschaden beträgt etwa 100000 Euro", schätzt Scherer. Wittmann: "Das Haus muss vermutlich nicht abgerissen werden, nur der Dachstuhl." Die Bewohner wurden mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, aber wenig später wieder entlassen.

 

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung, Rhein-Neckar-Zeitung Link: http://www.rnz.de


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„Gebäudebrand in Altenbach in der Mühlstraße. Es befinden sich noch 4 Personen im Gebäude“
... mit dieser Meldung wurden die Feuerwehren aus Schriesheim und Altenbach um 03:12 Uhr von der Integrierten Leitstelle in Ladenburg alarmiert. Aufgrund dieser Meldung ließ der Einsatzleiter schon auf der Anfahrt die Alarmstufe erhöhen und weitere Kräfte alarmieren. Im weiteren Verlauf wurde die Alarmstufe erneut erhöht und Vollalarm für die Feuerwehr Schriesheim gegeben.
Nach dem Eintreffen der Abteilung Altenbach und der Abteilung Stadt zündete der komplette Dachstuhl durch und stand in Vollbrand. Nachdem sich der starke Rauch gelichtet hatte, wurde von den Einsatzkräften an einem Fenster im Dachgeschoss eine Mutter mit ihrem Kind gesichtet. Beide wurden umgehend mit der Drehleiter gerettet und in Sicherheit gebracht. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wurden Mutter und Tochter von der Feuerwehr betreut.
Da zunächst nicht bekannt war, ob alle Personen das Gebäude verlassen konnten wurde neben der umfangreichen Brandbekämpfung auch mehrer Trupps unter Atemschutz in das Gebäude geschickt um die vermissten Personen zu suchen. Wie es sich dann herausstellte, konnten die übrigen Bewohner das Haus selbständig verlassen. Insgesamt wurden 5 Personen mit Rauchgasvergiftung bzw. mit dem Verdacht in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Neben der Brandbekämpfung im Gebäude wurde auch mit mehreren Rohren eine Riegelstellung zu den benachbarten Häusern aufgebaut. Ebenso wurde über die Drehleiter ein Wenderohr eingesetzt. Die Maßnahmen erwiesen sich aber als schwierig, da man stellenweise nicht an die Brandherde kam. Als Hauptproblem stellte sich die Wärmeisolierung der Dachhaut heraus. Erst als mühsam über die Drehleiter Teile der Dachisolierung entfernt waren, zeigten die Löschmaßnahmen endgültig erfolg. So konnte schließlich um 05.16 Uhr Brand unter Kontrolle gemeldet werden.
Im weiteren Verlauf wurde noch die Feuerwehr Dossenheim alarmiert. Mit dem Einsatzleitwagen unterstützten sie die Einsatzleitung, da das Fahrzeug der Feuerwehr Schriesheim aufgrund eines Defektes ausgefallen war. Das LF 16 stellte in Schriesheim zunächst den Brandschutz für die Stadt sicher. Im weiteren Verlauf wurde das Fahrzeug an die Einsatzstelle beordert um mit Atemschutzgeräteträger die Brandbekämpfung zu unterstützen. Dafür übernahm das TLF 16/25 aus Dossenheim den Brandschutz in Schriesheim.
Nach dem das Feuer soweit gelöscht war galt es Sicherungsmaßnahmen an dem Gebäude durchzuführen. So war neben der Stadtbaumeisterin noch ein Statiker vor Ort, der die Standfestigkeit der Dachkonstruktion überprüfte.
Außerdem wurde noch mit zwei Wassersaugern das Wasser aus dem Gebäude geholt. Zum Abschluss der Arbeiten wurden über die Drehleiter noch Dachziegel entfernt, die drohten auf die Hauptstraße zu fallen.
Aufgrund der Löscharbeiten war die Hauptstraße bis um ca. 11:30 Uhr komplett gesperrt.
Der Sachschaden wird auf ca. 500.000 Euro geschätzt.
Zur Brandursache haben die Spezialisten der Kripo die Ermittlungen aufgenommen.
Von der Feuerwehr waren 79 Personen und 15 Fahrzeuge im Einsatz.
Außerdem war noch der Kreisbrandmeister Peter Michels uns sein Stellvertreter Manfred Mayer und noch 4 Feuerwehrseelsorger anwesend. Der Rettungsdienst war mit 12 Personen und 7 Fahrzeug an der Einsatzstelle.
Die Polizei war mit 4 Beamten und 2 Streifenwagen vor Ort.
Die Kriminalpolizei war mit insgesamt 4 Beamten/in an der Einsatzstelle.
Von Seiten der Stadtverwaltung waren Bürgermeister Höfer und sein Stellvertreter Kimmel, die Stadtbaumeisterin Frau Fath und der Leiter des Ordnungsamtes Herr Philipp an der Einsatzstelle.

Oliver Scherer
Kommandant FF Schriesheim


 

Kräfteübersicht:
FF Schriesheim, Abt. Altenbach, mit MTW, LF 8/6
FF Schriesheim, Abt. Stadt, mit KdoW, ELW 1, TLF 16/25, DLK 23/12, LF 8/6, LF 20/20, GW-L
Löschgruppe Ursenbach mit TSF-W
FF Dossenheim mit
ELW 1, MTW, TLF 16/25, LF 16/12
Kreisbrandmeister Peter Michels
Stellvertretender Kreisbrandmeister Manfred Mayer
Seelsorgeteam Rhein Neckar Kreis
Rettungsdienst mit ERD, LNA, NEF MA 7/82-1, RTW MA 7/83-2, RTW MA 8/83-4, RTW RN 2/83-5, RTW MA 8/83-9, RTW MA 10/83-4
EnBW