Tierrettung in Malsch am 29.06.2009
 

Tierdrama mit Happy End in 80 Metern Höhe
 

Zu einer spektakulären Rettungsaktion war gestern ein "Höhenrettungsteam" der Mannheimer Berufsfeuerwehr nach Malsch geeilt. Am Schornstein der Ziegelei hatte sich ein junger Wanderfalke verfangen, der aus der Falle befreit werden musste. Ende gut, alles gut: Nach der gelungenen Rettungsaktion der Mannheimer Berufsfeuerwehrmänner untersucht der Rauenberger Naturschützer Hermann Greulich den Wanderfalken auf Verletzungen. Das Tier war zwar an den Klauen verletzt, hatte sich zum Glück aber nichts gebrochen und konnte wenig später wieder freigelassen werden. Fotos: Pfeifer

Zu einer spektakulären Rettungsaktion war gestern ein 'Höhenrettungsteam' der Mannheimer Berufsfeuerwehr nach Malsch geeilt. Am Schornstein der Ziegelei hatte sich ein junger Wanderfalke verfangen, der aus der Falle befreit werden musste. Ende gut, alles gut: Nach der gelungenen Rettungsaktion der Mannheimer Berufsfeuerwehrmänner untersucht der Rauenberger Naturschützer Hermann Greulich den Wanderfalken auf Verletzungen. Das Tier war zwar an den Klauen verletzt, hatte sich zum Glück aber nichts gebrochen und konnte wenig später wieder freigelassen werden. Fotos: Pfeifer








 

(oé) Es war eine dramatische Rettungsaktion mit Happy End: Gestern Nachmittag hat ein Höhenrettungsteam der Mannheimer Berufsfeuerwehr einen Wanderfalken aus einer lebensbedrohlichen Lage befreit. Der wohl erst vor Kurzem flügge gewordene Jungvogel hatte sich mit einem Bein in einem angeschraubten Kabelkanal des 85 Meter hohen Schornsteins der Ziegelei in Malsch verfangen und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Das Problem: Das Tierdrama spielte sich in rund 80 Metern Höhe ab – zu hoch für eine Feuerwehrleiter. Helfen konnte nur die Mannheimer Berufsfeuerwehr.

Sie verfügt über ein so genanntes "Höhenrettungsteam", das speziell ausgebildet ist, um Menschen aus großen Höhen und Tiefen zu bergen. Immer mal wieder müssen die Profis auch Tiere retten. Etwa als sich im Leimener Steinbruch Ziegen verstiegen hatten oder als in Neckargemünd ein Hund einen Steilhang hinabgestürzt war und hilflos auf einem Absatz festsaß. Einen Falken hatte das Team von Hauptbrandmeister Peter Calgaro aber noch nicht aus einer Gefahr befreien müssen. Doch nach gut vier Stunden hatten die fünf Spezialisten auch diese ungemein schwierige Aufgabe gelöst – begleitet von den bangen Blicken von Ziegelei-Mitarbeitern und Mitgliedern der Malscher Feuerwehr, die unter Kommandant Jürgen Dieckmann für die örtliche Einsatz-Koordination zuständig waren.

Besonders nervenaufreibend war die Rettungsaktion für den Rauenberger Naturschützer Hermann Greulich. Er hatte sich während des Schornstein-Baus die Erlaubnis des Unternehmens geholt, an dem Bauwerk einen Nistkasten anbringen zu dürfen. Dies in der Hoffnung, dass sich dort die seltenen Wanderfalken ansiedeln würden. Jahrelang wartete Greulich vergebens. Doch in diesem Frühjahr stellten sich endlich die lange ersehnten Mieter ein (die RNZ berichtete).

Umso bestürzter war der Vogelfreund, als ihn gestern Vormittag Mitarbeiter der Ziegeleien Creaton und Wienerberger alarmierten. Sie waren durch die Schreie des Wanderfalken aufmerksam geworden und sahen, dass das Tier hilflos am Schornstein festhing, während die Altvögel und ein zweiter Jungvogel ihn umkreisten. Hermann Greulich eilte vor Ort und alarmierte die Feuerwehr. Doch die Drehleitern der Region reichen nicht hoch genug. Deshalb schaltete die Heidelberger Berufsfeuerwehr über die Integrierte Leitstelle Rhein Neckar ihre Mannheimer Kollegen von der Höhenrettung ein, die sich sofort auf den Weg machten.

In Malsch erwartete die Experten ein denkbar schwieriger Einsatz. In brütender Hitze und unter direkter Sonneneinstrahlung machte sich das Team auf, den Kamin über die Außenleiter zu erklimmen. Creaton-Werksleiter Frank Trost drückte zusammen mit Mitarbeitern ebenso die Daumen wie Hermann Greulich, die Malscher Feuerwehrleute und der stellvertretende Kreisbrandmeister Udo Dentz. Bei ihrem Aufstieg mussten die Retter rund 50 Kilogramm an Ausrüstung mitnehmen. "Das ist extrem anstrengend", erklärte Teamchef Calgaro, selbst für so durchtrainierte Profis.

Oben angelangt musste das dreiköpfige Team erst einmal verschnaufen, bevor es sich an die eigentliche Rettung machen konnte. Dazu stiegen zwei der Helfer an Querungs-Eisen auf die andere Turmseite, befestigten dort ein Abseil-System, von dem aus sich einer der Retter am Seil herunterließ und den Wanderfalken befreite. Unten wartete bereits ein besorgter Hermann Greulich. Er befürchtete, dass sich der Vogel Schwingen oder Bein gebrochen haben könnte. Zum Glück waren die Knochen aber heil, und die Verletzungen an den Klauen müssten nach Meinung des Vogelexperten von alleine heilen. So konnte er den Greifvogel nach kurzer Verarztung wieder freilassen.

Für die Männer der Mannheimer Berufsfeuerwehr gab es angesichts der geglückten Rettungsaktion spontanen Beifall der Umstehenden. Für die Höhenretter war der Einsatz Ehrensache. "Menschen- und Tierrettung sind grundsätzlich kostenfrei", hieß es. Und sollten eventuell doch Kosten entstehen, dann findet sich nach Meinung aller Beteiligten sicher ein Weg des unbürokratischen Ausgleichs. Hermann Greulich jedenfalls will sich nun erst einmal überlegen, wie die Gefahrenstelle am Kamin beseitigt werden kann, damit sich ein solches Drama nicht wiederholt.

Quelle: www.suedwest-aktiv.de


Notfälle: Höhenrettungsgruppe in Malscher Ziegelwerk im Einsatz / Zwei Mobilfunk-Sendemasten abgeschaltet

Mannheimer Feuerwehr rettet Falken aus Kamin

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

MALSCH. Komplizierter Einsatz im Ziegelwerk Malsch: Weil sich ein Wanderfalke am Kabelkanal eines Kamins in 70 Metern Höhe eingeklemmt hatte, rückte die Höhenrettungsgruppe der Mannheimer Berufsfeuerwehr an. Die dortige Freiwillige Feuerwehr und der stellvertretende Kreisbrandmeister Udo Dentz hatten die Mannheimer im Zuge der Überlandhilfe angefordert. 70 Meter – das ist für eine Feuerwehr- Drehleiter viel zu hoch. Deshalb gibt es die wie Bergsteiger ausgerüsteten und trainierten Mannheimer Spezialisten. Doch das Tierdrama in Malsch stellte auch für sie„ einen Kraftakt mit höchsten Anforderungen“
dar, so Rudi Götz vom Führungsdienst der Mannheimer Berufsfeuerwehr. Zur, so Götz, „schweißtreibenden Aktion“ wurde der Einsatz für die Mannheimer Höhenretter durch die sengende Sonne und das schwüle Wetter, in dem sie ihre 50 Kilo schwere Ausrüstung nach oben schleppen mussten. Zwei Mobilfunk-Sendemasten wurden während der Rettungsaktion abgeschaltet, um das fünfköpfige Team unter Leitung von Einheitsführer Peter Calgaro nicht zu gefährden. Das Team stieg über eine außen am Kamin angebrachte Stahlleiter bis zum Kopf in 80 Metern Höhe. Dann mussten die Retter auf Quereisen auf die gegenüberliegende Seite balancieren, dort ihre Taue fest verankern und schließlich einen Kollegen zehn Meter zu dem ständig nervös flatternden Tier abseilen. Mit einem Schraubendreher konnte er den eingeklemmten Fuß aus dem Spalt befreien, ihn – mit speziellen Handschuhen – festhalten und mit ihm an von den Kollegen gehaltenen Seilen herabfahren. Dort übergab er das nur leicht an einer Zehe verletzte junge Tier dem Naturschutzbeauftragten Hermann Greulich.

Quelle: www.morgenweb.de





Kräfteübersicht:

FF Malsch mit StLF, LF 8/6
BF Mannheim mit Höhenrettungsgruppe
Stv. Kreisbrandmeister
Udo Dentz